Verpackung und Schließen der Verpackung

Verpackungsfunktionen – welche werden sich rändern und welche nicht?

In der heutigen Zeit handeln Verbraucher ökologisch immer bewusster. Mehr und mehr Menschen lesen und analysieren die Inhaltsstoffe der Produkte und wissen, aus welchem Material die Verpackung hergestellt wurde. Viele Kaufentscheidungen bzw. die Einschränkung von Einkäufen resultieren aus der Sorge um den Planeten.
Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass Kosmetikhersteller viele Richtlinien einhalten müssen, wenn sie eine Verpackung für ihr Produkt planen. Die Anforderungen stammen aus unterschiedlichen Quellen und die wahre Kunst besteht darin, eine Lösung zu finden, die sie alle unter einen Hut bringt.

Sicherheit steht an erster Stelle!
Die wichtigste Funktion einer Verpackung ist, das Produkt zu schützen; erst beim Transport und später beim Endverbraucher, damit er es sicher anwenden kann. Die Verpackung muss ausreichend dicht und stabil sein, sodass auf dem Weg vom Herstellerbetrieb bis zur Drogerie und auch später, wenn der Kunde das Produkt nach Hause mitnimmt und es verwendet, nichts ausläuft. Ein weiterer Punkt, den man mit der „Sicherheit der Verpackung“ assoziiert, ist ein stabiles Verpackungsmaterial. Die absolute Mehrheit der Kosmetikprodukte besitzt eine Verpackung aus Kunststoff. Hier sind also Untersuchungen auf Globalmigration ratsam, um zu prüfen, ob es bei der Verpackung zu irgendeiner Reaktion mit lebensmittelimitierenden Substanzen kommt. Der zweite wichtige Test kontrolliert den Gehalt von Schwermetallen. In beiden Fällen dürfen keine Kompromisse gemacht werden und die Ergebnisse müssen mit den strengen Normen konform sein.

Es kommt doch auf die Größe an!
Manchmal wird eine zu große Wahl tatsächlich zu einer Qual und bei den Verpackungen ist die Palette an Gestaltungsmöglichkeiten nicht gerade klein. Lernt man die Besonderheiten der wichtigsten Arten, insbesondere der Verschlüsse, kennen, weiß man, worauf es sich zu achten lohnt und worauf nicht. Einer der Hauptaspekte ist das Volumen. Für unser Beispiel nehmen wir an, dass ein Kosmetikprodukt im privaten Haushalt von einer Person verwendet wird. Hier liegt der Gedanke nahe, dass derjenige den ersten Stein werfen sollte, der seiner Mutter noch nie die Kosmetiksachen stibitzt hat, aber bei unserer Planung werden wir die „Langfinger“ mal außer Acht lassen.
Nehmen wir eine Gesichtscreme unter die Lupe, von der durchschnittlich 0,5 ml aufgetragen wird und die nach dem erstmaligen Öffnen ca. 6 Monate haltbar ist (wir sehen hier von den Produkten ohne Konservierungsstoffe ab, die andere Eigenschaften der Gebrauchstauglichkeit besitzen). Wenn wir annehmen, dass ein Mal am Tag 0,5 ml verbraucht werden, dann erweist sich eine 50 ml große Verpackung als eine durchaus vernünftige Entscheidung. Wenn die Creme innerhalb von ca. 3 Monaten verbraucht wird, wird sie weder langweilig, noch hört die Haut auf, auf die aktiven Inhaltsstoffe zu reagieren. Macht der Verbraucher eine Pause und legt sie für einige Zeit beiseite, ermöglicht die Haltbarkeitsdauer von 6 Monaten, dass der Kunde auf das Produkt zurückzugreifen kann, ohne befürchten zu müssen, dass die Creme nicht mehr gut ist. Körperlotionen, Shampoos und Haarspülungen haben schon festgelegte Größen von 250 bis 500 ml. Hier ist es immer ratsam, die tägliche Gebrauchsmenge vs. zugelassene Haltbarkeit der Produkte auszurechnen. Eine echte Herausforderung sind dagegen „ökonomische“ Verpackungen. Ein interessantes Beispiel ist ein Mizellenwasser in einer 700 ml Flasche, dem Abbild des geöffneten Tiegels mit 6 Monaten sowie einem Hinweis auf dem Etikett, dass es besonders ergiebig ist und deshalb für 350 Verwendungen reicht… Hierbei kann davon ausgegangen werden, dass es sich um eine Applikation auf ein Wattepad handelt, aber keine Verbraucherin wir bei nur einem Pad verbleiben. Auch wenn es so wäre, dann müsste sie nach 6 Monaten die halb volle Flasche wegschmeißen. Mit der scheinbar ökonomischen und ökologischen Flasche riskiert der Kunde also einen recht großen Verlust. 

Technische Angaben

Als Nächstes sollten bei der Verpackungswahl die technischen Angaben sowohl der Verpackung als auch des sich darin befindenden Produkts berücksichtigt werden. Sie müssen so aufeinander abgestimmt werden, damit den Kunden nicht nur die Wirkung des Kosmetikprodukts, sondern auch die problemlose Dosierung zufriedenstellt.
Egal, was genau in die Verpackung hineinkommt und in wessen Bad sie stehen soll, sie muss bis zum letzten Tropfen eine einfache und reibungslose Bedienung garantieren! Kein Verbraucher wird ein Produkt erneut kaufen, wenn die Dosierung kompliziert und problematisch ist. Um dies zu vermeiden, müssen einige Aspekte miteinander harmonisieren. In Gesprächen mit unseren Kunden suchen wir gemeinsam nach den entsprechenden Verpackungsverschlüssen und stellen dabei Fragen, die auf den ersten Blick seltsam erscheinen können. Aber die Antworten auf diese Fragen erlauben es, bereits beim Planen des Verschlusses Pannen zu vermeiden. Zuerst fragen wir nach der Dick- und Zähflüssigkeit des Produkts. Dies ist besonders wichtig, wenn Lotion Pumpen oder Zerstäuber eingesetzt werden sollen. Ihr Mechanismus hat nur eine begrenzte Saugkraft, um den Inhalt nach oben zu ziehen, weshalb die Durchführung von entsprechenden Tests ausschlaggebend ist und der Verschluss so lange ausprobiert werden sollte, bis er optimal zum Verpackungsinhalt passt.    

Des Weiteren sollte man viel Beachtung einem kleinen und unscheinbaren, aber dennoch fundamentalen Element widmen, nämlich dem Steigrohr. Der Erfolgsgarant ist seine entsprechende Länge, denn ist es zu kurz oder zu lang, kann es die absolute Katastrophe bedeuten. Ein zu langes Rohr kann bei der Herstellung brechen, da der Verschluss unter großem Druck von einer Maschine aufgedreht wird und somit zur Beschädigung des Steigrohrs führen kann. Wenn es dennoch gelingt, das Rohr in die Flasche zu quetschen, dann kann das Rohrende nach oben knicken und der Inhalt kann lediglich bis zu der Höhe eingezogen werden, auf der sich das Rohrende befindet, da es an die daruntergelegene Schicht ja nicht mehr herankommt. Ein zu kurzes Rohr wird ebenfalls eine Schicht vom Inhalt auf dem Verpackungsboden hinterlassen und ein vollständiges Aufbrauchen des Produkts nicht ermöglichen.  
In beiden Fällen wirkt ein falsch ausgewähltes Rohr unästhetisch und kann den Eindruck erwecken, als wäre die Verpackung nicht sachgemäß hergestellt worden und solche negativen Gefühle sollte man beim Kunden erst gar nicht aufkommen lassen.
Auch das Zuschneiden des Rohrendes ist für eine ideale Dosierung maßgebend. Fällt es senkrecht auf den Flaschenboden, kann es sich an der Flaschenwand „festsaugen“, ohne dem Produkt auch nur den kleinsten Spalt zu lassen, durch den es sich durchzwängen und somit hochgezogen werden könnte. Deshalb ist es so wichtig, dass das Rohrende in Form eines Schwalbenschwanzes oder einfach schräg zugeschnitten wird.
Ein weiteres Problem, das man schon beim Planen vermeiden kann, ist das Auffüllen der Verpackung. Hier ist wieder die goldene Mitte gefragt. Am Beispiel einer Airless Flasche ist es leicht zu sehen, dass das Auffüllen mit einer zu geringen Menge Probleme bei der ersten Dosierung verursachen kann, was in den Augen des Verbrauchers als ein Herstellerfehler erscheint und zu Beanstandungen führen kann. Der Kunde weiß nämlich nicht, dass bei der ersten Anwendung die Pumpe manchmal sogar mehr als 20 Mal gedrückt werden muss, bevor das ganze System anfängt zu arbeiten. Wird die Flasche jedoch mit einer zu großen Menge aufgefüllt, läuft das Produkt bereits im Betrieb beim Aufsetzen des Pumpkopfes über. Nicht nur die Verpackungen, sondern die gesamte Produktionslinie muss dann gereinigt werden, was kosten- und zeitaufwendig ist und die Liefertermine verspäten kann.  

Das Auge kauft mit
Bis vor Kurzem wurde immer behauptet, dass Kunden mehr als 80% der Kaufentscheidungen vor dem Ladenregal treffen. Seit über einem Jahr, als für eine Zeit lang die Einkaufscenter geschlossen wurden und somit es zum Boom im E-Commerce kam, kann diese These um die spontane Entscheidung während des Scrollens im Onlineshop erweitert werden.
Die Verpackung muss eine gewisse Anziehungskraft besitzen, unabhängig davon, ob sie online oder stationär verkauft wird. Wie man mit der Verpackung den Kunden am besten beeinflusst, zerbrechen sich die Marketingabteilungen aller Kosmetikunternehmen die Köpfe. Aber die wichtigste Frage sollte lauten, welchen Eindruck will man denn beim Kunden erwecken?  
Ein Kräutershampoo mit einer einfachen Zusammensetzung braucht eine Verpackung, die das schon auf den ersten Blick erkennen lässt – dazu wird oft eine bernsteinfarbene Flasche, die an ein Präparat aus der Apotheke erinnert und ein praktischer Verschluss, der eine komfortable Anwendung verspricht, praktiziert. Eine ganz andere Botschaft dagegen sollte z. B. eine Anti-Cellulite-Lotion vermitteln, deren Effekte mit dem regelmäßigen Training im Fitnessstudio vergleichbar sein sollten. In diesem Fall müssen Farben und Formen eine Dynamik ausstrahlen, weshalb intensive Farbentöne und ein Flip-Top Verschluss, dessen Öffnung und Dosierung mit Aktivität und Energie assoziiert, geben dem Verbraucher visuell zu verstehen, dass man auf die effektive Wirkung des Produkts nicht allzu lange warten muss. Der schlichte Luxus ist eine weitere Marketingmaßnahme: Die reine Form des Fläschchens mit einem eleganten Dropper stahlt schon von Weitem Raffinesse aus. An dieser Stelle sollten aber die Giganten aus Italien erwähnt werden, deren teure und elegante Verpackungen stets im barocken Stil erhalten werden und mit Gold triefenden Verzierungen versehen sind.
Deshalb muss sowohl bei der Entwicklung des Kosmetikprodukts selbst als auch der dazugehörenden Verpackung das komplette Bild des Verbrauchers, an den das Produkt adressiert ist, den Ausgangspunkt bilden.

Der umweltfreundliche Kunde
Bei den heutigen Möglichkeiten, an Informationen und immer wieder neue Tatsachen über wirklich umweltfreundliche und quasi ökologische Verhaltensweisen zu gelangen, sind die Öko-Kunden in zwei Gruppen aufzuteilen. Der ersten Gruppe reichen Piktogramme auf dem Etikett, die eine nachhaltige Entwicklung garantieren und informieren, dass keine Tierversuche durchgeführt wurden sowie zeigen, in welche Fraktion die leere Verpackung gelangen sollte. Eventuell kann noch hinzugefügt werden, dass die Flasche aus einem Kunststoff hergestellt wurde, der z. B. zu 25% aus recyceltem Material besteht. Geht man noch einen Schritt weiter und schreibt, dass der Kunststoff aus den Ozeanen herausgefischt wurde, hat der Kosmetikhersteller für lange Zeit einen treuen Kunden eingefangen!
Solch eine Einstellung kann auf noblen Fundamenten aufgebaut sein und vom Vertrauen zum Hersteller sowie dem inneren Bedürfnis zeugen, die Schäden auf der Erde minimalisieren zu wollen, aber auch von der fehlenden Zeit, um ökologische News genauer zu studieren. Die zweite Gruppe bilden Kunden, die ökologisch bewusster sind, Veränderungen verfolgen und Informationen, die sie erhalten, eingehend analysieren. Sie wissen, dass eine nachhaltige Entwicklung ein nichtssagender Slogan sein kann. Ihnen ist bewusst, dass es verboten ist, ein fertiges Produkt an Tieren zu testen. Aber nicht Komponente, die als pharmazeutische gemeldet und später im geringeren Maße als kosmetische Stoffe auf den Markt gebracht werden, was von den meisten Konzernen praktiziert wird und weshalb diese Kunden das Zeichen des „Häschens“ nicht im Geringsten beeindrucken wird. Sie wissen auch, dass der Einsatz von Regranulat in der Kosmetikbranche nicht ganz ungefährlich ist, weil die Verunreinigungen eines bereits benutzten Polymers auf der molekularen Ebene die Qualität und Sicherheit des finalen Produkts beeinflussen können. Hingegen wurde die trickreiche Ergänzung über den Ozeanmüll schon so oft bezweifelt, dass immer weniger Menschen an seine Echtheit glauben…

Wirklich umweltschonend ist z. B. eine Verpackung, die vollkommen hell gefärbt oder weiß oder transparent ist und natürlich nach dem Gebrauch recycelt wird. Etikett und andere Verpackungselemente sollten aus dem gleichen Kunststoff wie die Hauptverpackung (oder Kunststoffen, die bei einem Recyclingprozess trotz unterschiedlicher Polymerketten zusammen wiederaufbereitet werden können) hergestellt sein, um die Recyclingprozedur nicht zu beeinträchtigen. Diese und ähnliche Schritte gehören zu den verkaufsfreundlichen, aber vor allem zu den umweltfreundlichen Tools im Hinblick auf die Verantwortung des Herstellers. Mehr über das „Öko-Design“ haben wir Anfang des Jahres geschrieben. Eine ausführliche Analyse finden Sie unter „Aktuelles“ auf der Seite packaging.polpak.pl - schauen Sie doch einfach rein. Egal, über welches Wissen ein Kunde verfügt, jeder Verbraucher sollte über die Herkunft und spätere Handhabung sowohl des Kosmetikprodukts als auch jedes Verpackungselements ehrlich und professionell informiert werden.
Kosmetikprodukte und ihre Verpackungen erfreuen das Auge im Drogerie- und Ladenregal und verlocken auf Internetseiten, um später ein Element des Schminktischchens zu werden und den Verbraucher bei seinen Schönheitsritualen zu begleiten und ihn in gute Laune zu versetzen.
 
Dank dem Wissen und der Erfahrung, die Polpak Packaging ihren Kunden zur Verfügung stellt, können wir garantieren, dass die Pflegerituale Ihrer Verbraucherinnen und Verbraucher nicht durch technische Probleme der Verschlüsse beeinträchtigt werden.
Wenn dem Planeten schon allein mit der Verpackung etwas Gutes getan werden kann, dann sollten wir es auch tun! Wird den Verpackungselementen, die mit dem Verpackungsinhalt nicht in Berührung kommen, recycelter Kunststoff (PCR) hinzugefügt, dann ist dies absolut sicher. In unserem Sortiment finden Sie auch solche Lösungen.
Für das Wohlergehen der Erde empfehlen wir Ihnen, einen Quadratzentimeter auf dem Etikett für die Information zu widmen, in welche Tonne die leere Verpackung hineingehört! Diese winzige Stelle kann ein großer Schritt in die ökologische Richtung bedeuten!



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