Verpackung und Schließen der Verpackung

Wie findet man sich im virtuellen Müllberg von falschen Nachrichten zum Thema Müll zurecht?

Wir leben in Zeiten, in denen Nachrichten blitzschnell entstehen und noch schneller um die Welt gehen. Von allen Seiten werden wir mit Nachrichten überschüttet, von denen viele sogenannte „fake news“ sind. Es handelt sich hierbei um unwahre Informationen, die entweder Sensation, Aufregung und Kontroverse auslösen oder Verkehr auf der Internetseite, auf der sie veröffentlicht wurden, generieren sollen. Es hängt deshalb von uns selber ab, Wahrheit und Lüge zu unterscheiden, da ein Dementi gar nicht oder erst so spät kommt, dass wir einfach nicht mehr wissen, was es betrifft.

In den letzten Monaten gab es einen wahren Boom an Informationen, Nachrichten und Highlights mit Vorschlägen, wie das Problem des allgegenwärtigen Plastiks vermeintlich gelöst werden könnte. Das Problem ist unbestreitbar; jeder von uns ist sich der riesigen Mengen an Plastik bewusst, die er bisher in seinem Leben verbraucht hat und bei einer optimistischen Annahme, dass die Hälfte recycelt wurde, können wir sicher sein, dass die zweite Hälfte unseren Planeten vermüllt und so schnell nicht verschwindet. Politiker, Verpackungshersteller sowie durchschnittliche Erdenbürger müssen sich zwei Herausforderungen stellen: erstens, wie kann der Plastikverbrauch gesenkt werden und zweitens wie kann das bereits weggeworfene Plastik wiederverwertet werden. 

  
Greenwashing – die ÖKO-LÜGE

 Der durchschnittliche Verbraucher möchte das Gefühl haben, dass er umweltfreundlich handelt und seine alltäglichen Vorgehensweisen nicht destruktiv auf die Erde wirken. Die Öko-Lüge, also unwahre Informationen zum weithin verstandenen Thema des Umweltschutzes, verleihen solch ein Gefühl und sind schwierig zu erfassen. Das Greenwashing nimmt verschiedene Formen an – angefangen mit nicht zertifizierten Piktogrammen auf Verpackungen, über nicht dokumentierte Erklärungen zu einer angeblich „umweltfreundlichen“ Gewerbetätigkeit, bis hin zu gezielt fehlenden Angaben über die Herkunft oder die Inhaltsstoffe eines Produkts. Ein gutes Beispiel sind Feststellungen wie „all natural“ oder „ausschließlich natürliche Inhaltsstoffe“ - Quecksilber, Polonium und Arsen sind chemische, in der Natur vorkommende Elemente, die aber trotzdem giftig sind.

Eine Öko-Lüge sind ebenfalls Grafiken mit grünen Blättern, Kleeblättern oder Pfeilen in Kreisen, die keine offiziellen Piktogramme irgendeines rechtsgültigen Zertifikats sind. Öko-Lügen sind Parolen, die positive Konnotationen hervorrufen sollen, aber gleichzeitig nichts bedeuten, wie z.B. oxo-abbaubare oder biologisch abbaubare Tüten. In diesem Sinne ist auf einmal alles, was uns umgibt, sicher oder umweltfreundlich, grün, ein Freund der Natur oder der Ozonschicht geworden, eventuell führt es einfach nicht zur Verschmutzung. Es hängt einzig und allein nur von unserer Einstellung ab, was wir glauben oder was bei sicheren Quellen prüfen wollen.


Aufklärung steht an erster Stelle
Wenn uns ein umweltbewusstes Verhalten wichtig ist, sollten wir auch alles mit einem kritischen Auge betrachten und uns ein Minimum an Wissen zum Thema Müll und Recycling aneignen.

Als Verbraucher müssen wir die Zeichen auf den Verpackungen richtig erkennen, die uns Auskunft geben, woher die jeweilige Verpackung stammt und wie sie richtig entsorgt werden sollte. Unten an haben wir einige Grundsymbole aufgelistet:


    DER GRÜNE PUNKT Wird oft als das Recycling-Symbol verstanden. In Wirklichkeit besagt er aber, dass der     Produzent  den Bau und Betrieb des Abfallentsorgungssystems finanziert hat.


     RECYCLING-ZEICHEN bedeutet eben, dass das Material, aus dem die Verpackung hergestellt wurde, wiederverwendet werden kann.


 KOMPOSTIERBARE VERPACKUNG – mit diesem Symbol sind Verpackungen versehen, die kompostierbar sind.


     MÖGLICHE WIEDERVERWERTUNG, dank diesem Symbol wissen wir, dass die Verpackung mehrmals     wiederverwendet werden kann. Mit diesem Piktogramm werden Glasflaschen und andere Glasverpackungen   gekennzeichnet.


        Das ALUMINIUM-SYMBOL gibt Auskunft darüber, dass die Verpackung aus Aluminium hergestellt wurde und     zum Recyclen geeignet ist.


    Die DURCHGESTRICHENE MÜLLTONNE informiert darüber, dass das Produkt nicht einfach in den Hausmüll     weggeworfen werden kann. Mit Sicherheit handelt es sich um Elektro- und Elektronikgeräte, Batterien oder Glühbirnen, die getrennt gesammelt bzw. zum Elektromüll gebracht werden müssen.


Plastik ist nicht immer gleich
Am häufigsten werden Verpackungen aus Plastik hergestellt. Es laufen Forschungen und Bemühungen an, um ihn durch umweltfreundliche Materialien zu ersetzen, die das Produkt sowohl während des Transports als auch der Nutzung sicher aufbewahren, seine Wertigkeit erhalten und als leere Verpackung einfach zu entsorgen und abzubauen sind.

Verpackungen aus Polymer (wird umgangssprachlich Plastik genannt), die wir zurzeit antreffen, werden nach ihrer Herkunft in vier Gruppen geteilt – petrochemische und erneuerbare sowie entsprechend ihrem biologischem Abbau – als biologisch abbaubare und nicht abbaubare. Am vorteilhaftesten für die Umwelt sind biologisch abbaubare Polymere, die bei entsprechenden Bedingungen sich nicht nur in für die Erde neutrale Substanzen zersetzen, sondern kompostierbar sind und sich als ein hervorragender Pflanzendünger sogar nützlich machen. Ob aus petrochemischen Rohstoffen hergestellte Kunststoffe richtig recycelt werden, hängt im großen Masse von uns Verbrauchern ab und ob sie korrekt getrennt zum Müllentsorgungsbetrieb gelangen.