Verpackung und Schließen der Verpackung

PCR-Verpackungen im Lichte aktueller Forschung

Verpackungen stehen seit Langem im Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion über Umweltverantwortung. In den letzten Jahren hat sich der Fokus deutlich verschoben: Aus allgemeinen Versprechen ist ein konkreter Blick auf die eingesetzten Materialien geworden. Marken und Verpackungshersteller stehen heute vor der Aufgabe, konkrete Entscheidungen zu treffen, statt sich nur über ihre Positionierung zu äußern. 

Eine Lösung, die dabei zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist der Einsatz von Post-Consumer-Recyclingkunststoffen (PCR) - Material, das aus Haushaltsabfällen gewonnen und wieder in neue Produkte eingebracht wird.

Was ist PCR und warum ist es relevant? 


PCR entsteht aus Kunststoffen, die bereits von Verbraucherinnen und Verbrauchern genutzt, anschließend gesammelt, sortiert und mechanisch recycelt wurden. Anders als Post-Industrial-Rezyklate (PIR), die aus Produktionsabfällen stammen, schließt PCR den Materialkreislauf tatsächlich. Das Material bleibt so im System und entspricht den Prinzipien einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft. Die Bedeutung wächst, nicht zuletzt durch europäische Vorschriften wie die Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR). 

Die Dimension der Herausforderung - Zahlen zu Verpackungen und Kunststoffen 


Eine Studie von Rumetshofer und Fischer aus dem Jahr 2025, veröffentlicht im Fachjournal Polymers, zeigt, wie groß der Anteil von Verpackungen am Kunststoffverbrauch in Europa ist: rund 39 Prozent. Gleichzeitig haben diese Verpackungen den kürzesten Produktlebenszyklus – oft weniger als ein Jahr. Trotz der großen Menge an Haushaltsverpackungsabfällen fließt bisher nur ein kleiner Teil des PCR wieder in neue Verpackungen. Gründe dafür sind Qualitätsgrenzen des Materials, fehlende einheitliche Standards und Produkte, die nicht für Recycling ausgelegt sind.

Was zeigen die Studien konkret? 

Eine Untersuchung von Neumann, Janssen und Krzywiński aus dem Jahr 2024 analysierte PCR-Verpackungen im Kosmetik- und Lebensmittelbereich. Die Studie umfasste Interviews und Praxistests mit physischen Verpackungsmodellen aus PCR. Die Ergebnisse zeigen, dass recyceltes Polypropylen (PP) die CO₂-Emissionen im Vergleich zu Neuware um etwa 50% reduzieren kann. Gleichzeitig lässt sich der Verbrauch natürlicher Ressourcen um bis zu rund 95% senken, da das Material im Kreislauf bleibt. PCR wird zwar manchmal als „Maßnahme geringerer Priorität“ eingestuft, bietet jedoch einen klaren Vorteil: Flexibilität. Es lässt sich effektiv mit anderen Ansätzen kombinieren, wie Wiederverwendung, Umnutzung oder angepasstem Verpackungsdesign. So entstehen Verpackungen, die am Ende ihres Lebenszyklus erneut recycelt werden können. 

Wie nehmen Verbraucher PCR-Verpackungen wahr? 

Die Studie von Neumann et al. untersuchte auch die Akzeptanz durch Konsumentinnen und Konsumenten. Dabei hatten die Teilnehmenden direkten Kontakt mit Verpackungsmodellen, darunter einem Kosmetiktiegel aus PCR. Die Ergebnisse zeigen, dass PCR-Verpackungen im Kosmetikbereich besser akzeptiert werden als im Lebensmittelbereich. Leichte Farbabweichungen, etwas rauere Oberflächen oder matte Optik wurden toleriert, solange transparent kommuniziert wurde, dass dies auf den Rezyklateinsatz zurückgeht. Fehlende oder unklare Informationen über die Materialherkunft verringerten dagegen das Vertrauen und führten zu einer negativen Bewertung, selbst wenn die Funktionalität unverändert blieb. 

Warum PCR ein anderes Designverständnis erfordert?

Wie Rumetshofer und Fischer (2025) zeigen, unterscheiden sich PCR-Verpackungen von solchen aus Neuware vor allem durch gestalterische Rahmenbedingungen. Die Qualität von PCR hängt direkt davon ab, wie gut die Prinzipien des Design for Recycling umgesetzt werden. Verpackungen aus Monomaterial, mit recyclingkompatiblen Etiketten und reduziertem Einsatz von Farbstoffen und Additiven erhöhen die Qualität des Rezyklats deutlich und erlauben seinen Einsatz auch in anspruchsvolleren Anwendungen, zum Beispiel im Kosmetikbereich. Die Studie betont außerdem, dass bereits kleine Mengen Fremdmaterial die mechanischen und optischen Eigenschaften von PCR negativ beeinflussen können.  

Polpak Packaging - Ihr Partner für nachhaltige Verpackungslösungen 

Die Forschung zeigt deutlich: Materialwahl und Produktdesign haben direkten Einfluss auf die Praxis. Bei Polpak Packaging unterstützen wir Marken dabei, Verpackungslösungen mit PCR zu entwickeln, mit Fokus auf Funktionalität, Designqualität und die Anforderungen der PPWR. 

Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme und besprechen gerne, wie wir nachhaltige Verpackungen individuell für Ihre Marke gestalten können.